
Norma
Vincenzo Bellini
Melodramma (Tragedia lirica) in 2 Akten
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Donnerstag, 29. April 2010, 19.30 Uhr
Theater am Goetheplatz
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Termine
Die „Norma“ war eine der Glanzpartien von Maria Callas. Normas berühmtes Gebet „Casta Diva“ gehört zum Ergreifendsten, was die Epoche des Belcanto überhaupt hervorgebracht hat. Selbst Richard Wagner bekannte, Bellinis Melodien seien „schöner als Träume“. „Norma“ ist im präfranzösischen Gallien angesiedelt. Die Handlung, die zur Zeit der römischen Besetzung Galliens im Jahre 50 vor Christus spielt, enthält alles, was eine gute Oper ausmacht: Große Emotionen und Leidenschaften, die sich an den sozialen Grenzen und Gesetzen brechen und entzünden. Die Druidenpriesterin Norma liebt den römischen Besatzungsoffizier Pollione und gebiert ihm heimlich zwei Kinder. Der hat sich in die Novizin Adalgisia verliebt und verrät Norma. Sie wählt den Tod auf dem Scheiterhaufen, doch Pollione bereut und geht mit ihr gemeinsam in die Flammen. Bellini schrieb dafür eine Musik, die seinem Credo voll entspricht: Oper solle „durch ihren Gesang weinen, schaudern, sterben machen.“ Für diese Inszenierung kehrt Regisseur Philipp Himmelmann, der u. a. die spektakuläre „Tosca“ bei den Bregenzer Festspielen 2007 inszenierte, nach Bremen zurück.
Hier sehen Sie Ausschnitte aus "Norma"
Pollione (Sever) Luis Olivares Sandoval
Orovisto Jose Gallisa
Klothilde Astrid Kunert
Pressestimmen
Es ist eine klare, stimmige Inszenierung von Philipp Himmelmann, an dessen „Finta giardiniera“ oder „Don Quichotte“ man sich hier gern erinnert. (…) In Bremen stand mit Kelly Cae Hogan eine dieser jungen Stimmen der Nach-Callas-Generation auf der Bühne, und es war zunächst einmal zu bewundern, mit welch technischer Souveränität sie die Partie anging. Gestützt auf eine sichere Mittellage, bereiteten ihr weder die extremen Koloraturpassagen noch die Spitzentöne die geringsten Schwierigkeiten. Aber auch im Ausdruck hat sie viel zu bieten und zwar durchaus Eigenes. (…)
Unaufdringlich-eindringlich der Blickwechsel der beiden Frauen in dem gefühlsstarken, traumhaft gesungenen Duett(„Mira, o Norma“) im zweiten Akt, das im makellosen Verschmelzen von Sopran und Alt zu einem Höhepunkt der Aufführung wird.(…)
Als ebenbürtige Partnerin der Titelfigur erweist sich Tamara Klivadenko als Adalgisa, die mit ihrem hellen Mezzo (die Rolle ist ursprünglich für Sopran geschrieben) kultivierte Gesangskunst demonstriert, von einer perfekten Messa di voce beim ersten Auftritt über schwebend leicht angesetzte Höhen bis hin zum ausgeglichenen Registerwechsel. Luis Olivares Sandoval als Pollione punktete daneben mit zupackend-temperamentvoller Deklamation seines virilen und einfach „italienisch“ klingenden Tenors. Für den kriegerischen Hauptmann der Druiden Oroveso hatte Jose Gallisa einen machtvollen, der Figur entsprechend rauen Bass einzusetzen und führte damit den von Tarmo Vaask einstudierten stimmprächtigen Chor an. Gerhart Asche(Weser Kurier)
Philipp Himmelmann inszeniert das Drama als dichtes Spiel voller wunderbar intimer Momente. (…) Maria Callas erlangte einst als Norma Weltruhm und auch Kelly Hogan verleiht der Rolle Glanz. Als wahrer Opernstern erweist sich jedoch Tamara Klivadenko als Adalgisa. (…) Das Publikum elektrisiert, ließ sich zu Jubelstürmen hinreißen Bravo!
Corinna Lauterbach(Bild)
Primadonnen-Oper, Fest der Stimmen, ekstatisch fließende Melodienpracht – und eine tragische Mär aus dem Land von Miraculix und Troubadix (…) Eine psychologisch präzise, szenisch klare, mitreißende Inszenierung. Kaum etwas braucht das angeschlagene Theater Bremen derzeit mehr als diesen umjubelten Regie-Erfolg. Jens Fischer(taz)
Entfaltet die amerikanische Sopranistin schon zu Anfang in der berühmten Arie „Casta Diva“ das klangrhetorische Repertoire einer ebenso liebes- und wie leidensfähigen Demagogin mit dem Wechsel von Klarheit, Innigkeit und Schmelz, bircht sie auch das heroische Ende mit Zwischentönen. (…) Besonders in den Duetten der beiden Rivalinnen Norma und Adlagisa – Tamara Klivadenko erweist sich hier als ebenbürtige Sängerin in einer klangfarblich stimmigen vokalen Konstellation – schaffen Personenführung und Orchesterklang die Voraussetzungen für eine intensive psychologische Durchdringung der Protagonisten und Ausleuchtung der Konflikte. Auch das Trio zum Abschluss des ersten Aktes, das das Tragödienpotenzial schürt, wird zum Glanzstück musikdramatischer Kunst, in der sich melodische Suggestionskraft, gesangliche Schönheit und dramatischer Sog verbinden. (…)
Dass das Orchester auch bei dem Vokalkomponisten Bellini eine gewichtige bis tragende Rolle spielen kann, beweist Daniel Montané am Pult der Bremer Philharmoniker. Er nimmt das Tempo von Beginn an gemäßigt, setzt das Auf- und Abschwellen als Entwicklungsmotor ein, gibt den großen Gefühlen und Rührungen durch klare Konturierung Rahmen und Ruhe, schafft in innerlich bewegten Pausen und Phasen der Ruhe Echoräume, Momente für Nachklang und Erwartung. Rainer Beßling(Kreiszeitung)
Das Bremer Theater hat mit der Besetzung der Titelpartie einen Glücksgriff getan: Kelly Cae Hogan, die bereits als Salome begeistert hat, ist eine Norma der Extraklasse. Sie wird der Partie in jedem Moment gerecht: Sie zeichnet ein Porträt voller Emotion, Autorität, Rachsucht und Verzicht. Das kann sie stimmlich und darstellerisch mit beklemmender Intensität umsetzen.
Dabei ist ihre Stimme weicher und wärmer als die der berühmten Rollenvorgängerin. Das macht ihre Skrupel, die Kinder zu töten, noch glaubhafter. Aber bei dem Entschluss, ihre Rache auszuüben, ist sie ganz herrische Priesterin. Hogans Sopran verbindet Lyrismen und stählerne Durchschlagkraft (in der Schlussszene) ideal.
Ihr zur Seite ist Tamara Klivadenko als Adalgisa eine kongeniale Partnerin. Mit samtenen Mezzo gibt sie der Partie emotionale Tiefe und berührendem Wohllaut. Die dritte Hauptrolle ist mit Luis Olivares Sandoval ebenfalls gut besetzt. Ein besonderes Lob gebührt dem sehr präsenten Chor (Einstudierung Tarmo Vaask). Daniel Montané und die Bremer Philharmoniker unterstützten die Schwelgerei im Belcanto mit stimmigen Tempi, dramatischem Impetus und feinen Klangdifferenzierungen auf hohem Niveau.
Wolfgang Denker(Nordwest-Zeitung)
Regisseur Philipp Himmelmann setzt in seiner Inszenierung auf die Kraft der Poesie und die Raffinesse pointierter psychologischer Deutungen. Die Reduktion des Bühnenbilds auf das Wesentliche ist weniger einem plötzlich praktizierten Sparzwang als der Ästhetik Himmelmanns zuzuschreiben. (…)
Kelly Cae Hogan als Norma und Tamara Klivadenko als Adalgisa sind ein stimmlich wie darstellerisch bewegend starkes Frauen-Paar. (…) Auch die Instrumentalsolisten der Bremer Philharmoniker(musikalische Leitung: Daniel Montané) nehmen den Belcanto-Gesang der Protagonisten wunderbar auf. Martina Binning(Neue Osnabrücker Zeitung)